Feenzauber revisited

Ich denke, wir sollten mal diesen Blog hier wiederbeleben, zumal nun auch so einiges ins Land gegangen ist. Da greife ich dann gleich mal zwei Erlebnisse heraus, die mich in letzter Zeit etwas „umgetrieben“ haben.

Der eine Vorfall nervt mich mittlerweile nicht mehr so, aber ich hattte lange genug Gelegenheit, mir den und die Hintergründe dazu zu betrachten. Und weil ich eh so eine schräge Denke habe, verknüpfe ich ihn gleich mit Vorfall Nr. 2:

Achtung: Kitschattacke. Das ist ein Ausschnitt aus Disney´s Fantasia, „dance of the sugar plum fairy“ Das hat halt recht viel Zuckerguss und Niedlichkeitsoverload, aber das ist nun mal Walt Disney. Und jetzt erzähle ich noch Vorfall 1: ohne gross nachtarocken zu wollen erwähne ich mal dezent, dass hinter meinem Rücken mehr oder weniger über mich und meine Ansichten gelästert wurde. Summa summarum war die Aussage, dass es die „typischen“ Elfen in Bayern gar nicht gebe. Das persönliche Gekoffere lasse ich mal weg, zumal solche Aussagen gut mit mündlicher Tradition und diversen Sagen aus dem Land hier widerlegt werden können. Sie werden sich jetzt fragen: was haben diese zwei Ereignisse miteinander zu tun?

Aus meiner Sicht mehr als man denkt – beides „negiert“ die Feen, und ich weiss heute mittlerweile, dass DAS mitunter ein Grund ist, dass sie sich den Menschen nicht mehr zeigen. Ja gut, aber der Film? Das facht doch die Fantasie an?

Ich sehe das durchaus ambivalent. Auf eine gewisse Weise mogelten sich die Elfen gerade über solche Filme ins Bewußtsein der Menschen hinein. Irgendwie scheint es noch besser zu sein, als Zeichentrickfigur halbwegs präsent zu sein, zumal immer noch die Chance besteht, dass so manches sensiblere Kind „sie“ dann doch zu sehen beginnt, aber es ist gleichzeitig auch ein Biß in den sauren Apfel. Für ein Volk, das früher aus Respekt „das Gute/Schöne Volk“ genannt wurde, ist das gewissermaßen ein „Abstieg“.

Das heisst: die „Bottom Line“ ist die Respektlosigkeit. Ich glaube, so etwas ähnliches habe ich schon früher mal geschrieben, aber das ist etwas, was nicht nur bei Elfen und co. gilt. Apu Kuntur, ein schamanischer Freund von mir, mokierte oft, wie respektlos die Menschen gegenüber ihm und seiner Arbeit seien, und ich verstand ihn lange nicht. Heute kann ich es gut nachvollziehen. Überlegen Sie sich mal: Sie wurden früher als mächtiger Naturgeist verehrt, kontaktiert und mit Opfergaben beschenkt, und irgendwann dürfen Sie nur noch als niedliche Zeichentrickfigur zu Weihnachten als Kinderbespaßung dienen. Und wehe, das Kind fängt noch an, an Sie zu glauben…. das wird von den Eltern gleich ausgeredet!

Aber: ubi malum, ibi remedium. So ein Kitschfilm kann nämlich anderseits auch sehr lehrreich sein. Haben Sie mal genauer geschaut, was die Elfen in dem Filmchen machen? Genau – die verzaubern und beseelen die Pflanzen, die man da sieht. Die eine „beglitzert“ ja auch noch das Spinnennetz, und das ist tatsächlich etwas, was ich „drüben“ ähnlich wahrnehme – die Elfen weben an den Gefügen der Natur, an den Jahreszeiten, dem Wechsel der Elemente, dem Wachstum der Vegetation. So was findet man selbst in den neueren, auch nicht ganz kitschfreien Tinkerbell-Filmen. Die Mädels dort sind teilweise sogar den Elementen zugeordnet oder kümmern sich um bestimmte Pflanzen und Tiere. Wenn man das ein bßchen abstrahiert und entkitscht, dann findet man hier einen Haufen recht verwertbarer Infos über das „Gute Volk“.

Und so haben „sie“ sich eben, wie schon weiter oben geschrieben, über solche Filme ins Bewußtsein der Menschen geschlichen und warten darauf, dass jemand etwas genauer hinschaut und sie ernst nimmt.

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Lothorien

So. Nun ist es wohl an der Zeit. Wunderts euch bitte nicht, wenn dieser Eintrag etwas emotional wird, aber allzu objektiv kann ich den nicht schreiben. Lassts euch auch nicht abschrecken, wenn´s zu pathetisch wird, denn selbst wenn es durchgeknallt klingt: ich selber bin nur derjenige, der die Nachricht überbringt. Nicht mehr, aber diesmal auch nicht weniger.

Eigentlich fing es schon so 2007/2008 an, und in der Kurzversion kann ich sagen, dass ein mit mir befreundeter Schamane aus der Schweiz mir recht knallhart sagte, was meine „Aufgabe“ hier sei. Das lief dann so über die Jahre, mit Wegen und Irrwegen, verschiedenen Meinungen von innen und außen, Einschlafen und Erwachen (im übertragenem Sinne) und einem Weg zum „eigenen Wesen“, von dem ich aber eher sagen möchte, dass ich mich ein paar mal gewaltig auf die Fresse legte.

Die „Aufgabe“ ist, Mittler zwischen Feen/Elfen und Menschen zu sein. Das geht so tief, dass ich mich manchmal eher als einer der ihren fühle. Sagenfiguren wie Thomas the Rhymer, Weyland der Schmied oder Biddy Early halfen mir dabei, aber letzten Endes haderte ich ganz schön damit. Sie forderten mich immer wieder auf: „erzähl den Menschen von uns!“. Was ich dann auch so halbscharig versuchte – Seminare geben, ein Buch zum schreiben anfangen, spezielle Pflanzenelixiere herstellen, Bilder von den Naturgeistern zeichnen.

Ich weiß nicht, warum das bis jetzt nicht so hinhaute. Zumal Feen und Elfen in der „Esoterikszene“ sehr beliebt sind und durchaus ein paar „Elfenbeauftragte“ in der Szene rumfielen. Auf meiner alten Website, der vor dem http://www.elbenkreis.de, stand sogar ein relativ klares Outing zu meinem Wesen und Job hier drin, was aber nur dazu führte, dass ich in meinem Gästebuch von einer selbsternannten „Drachenprinzessin“ angegiftet wurde. Also auch das kriegte kaum einer auf die Reihe: einfach mal freundlich anfragen und bitten, ein paar Geschichten zu erzählen oder gar eine Zusammenarbeit zum Wohle aller Wesen vorzuschlagen. Also nahm ich das Outing raus und verzog mich schmollend in mein Eckchen. Was es auch nicht besser machte, wenn ich mir mal den Kladderadatsch der letzten zwei Jahre anschaue. Und ich glaube, heute kann ich meine Vision hoffentlich ohne großes Egogetümel und halbwegs ernsthaft erzählen. Ohne Clowensgetue.

Ich möchte hierbei erst mal der Verlegerin von diesem Buch hier danken: http://www.maple-tree.de/epages/es395355.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/es395355/Products/101 …wir trafen uns, ich glaube 2010, mal persönlich in der Schweiz, und sie bemerkte meinen bedröppelten Gesichtsausdruck, weil „das Volk“ mir im Ritual davor mir wieder eine unmißverständliche Ansage gemacht hat. Danach entspann sich ein Gespräch, in dem wir darauf kamen, dass wir eine sehr ähnliche Vision hatten. Visionen sind heilig, und deswegen habe ich bis jetzt nie davon erzählt, und alles werde ich auch nicht verraten. Aber, nach langem Zicken und Bocken meinerseits, bestellte ich dieses Buch, bekam es gestern, schlug „zufällig“ eine Geschichte namens „der zweite Vertrag“ auf und musste beim Lesen erstmal Rotz und Wasser heulen, weil diese Geschichte ein Treffer war. Sie gab im Grunde das wieder, was ich schon wusste.

Ich gabe jetzt eher meine Vision wieder, schon alleine aus Gründen des Copyrights, aber ich empfehle wirklich jedem, der an der Sache interessiert ist, das Buch zu besorgen. Es ist tatsächlich eins, das den Feenzauber hat. Okay, also dann:

Manifestation

In langen und vielen Reisen erfuhr ich, dass Elfen und Menschen früher sehr gut zusammenarbeiteten. Man achtete und respektierte einander, man „saß an einem gemeinsamen Feuer“, um es mal blumig auszudrücken. Was für beide Seiten Vorteile hatte: Die Elfen zeigten den Menschen die Kreisläufe, die Ausbalanciertheit, die Schönheit und das Heilige der Natur. Sie erklärten ihnen, wie sie da draußen zurechkommen konnten und sie vermittelten Wissen und Praxis der Heilkunde. Wer das für Mumpitz hält: die Schamanen in Südamerika erzählen heute noch den Ethnologen, dass ihnen die Pflanzen selber sagen, bei welcher Krankheit sie als Heilmittel verwendet werden können. Umgekehrt ehrten die Menschen das „Gute Volk“ und gaben ihm damit, so „esomäßig“ das klingt, damit die Kraft, das Gleichgewicht der Natur zu halten und sich machtvoll auch in dieser Welt zu manifestieren. Einen Abglanz davon erfährt man noch auf Teilen der britischen Inseln und auf Island, wo der Feenglaube noch sehr stark ist.

Ich hielt diese Vision bis gestern für nicht ganz voll. Bis das Buch kam. Nun, irgendwann, meiner Information nach mit dem Aufkommen monotheistischer Religionen (oder auch den Geistern von Gier, Hass und Neid – das passt vielleicht besser), vergaßen die Menschen die Elfen. Es war im Grunde so, wie wenn ein langjähriger, geliebter Lebenspartner oder Freund plötzlich zu dir sagen würde: „Ich kenne und liebe dich nicht mehr!“ sagt, sich umdreht und dich ab diesem Zeitpunkt ignoriert. Dieser Schmerz sitzt tief, manchmal denke ich sogar, ich spüre ihn, wenn ich tief in mich hineinhorche. Irgendwie rauften sich die Menschen und die Naturgeister aber zusammen, was aber darin gipfelte, dass der Mensch mit der kritiklosen Annahme der Aufklärung zu Beginn der Neuzeit sämtliche Vereinbarungen wieder brach. Also dasselbe Spiel nochmal, und diesmal wurde alles, was „Geist“ war, negiert, lächerlich gemacht oder in ein „Kollektives Unbewusstes“ verdrängt. Die Aufklärung an sich, die Naturwissenschaften sind nicht verkehrt, aber das Kind wurde mit dem Bade ausgeschüttet und alles, was nicht in das Schema der Naturwissenschaft passte, als nicht existent abgetan.

Und ab dem Zeitpunkt hatten die Elfen einfach die Schnauze gestrichen voll. Die Menschen trampelten eh schon einfach in ihren Reichen rum, sahen sie nicht mehr und führten sich auf wie eine Horde besoffener Randalierer. Das ist echt so – als „elbischer Sicht“ wird das Verhalten der meisten Menschen als unglaublich grob und „unfiligran“, ja quasi beleidigend wahrgenommen. Diese Ignoranz kam den Elfen gerade recht, und sie zogen eine Mauer hoch, die die Welten ab jetzt endgültig trennte. Es konnte nicht mehr jeder so einfach „rübergehen“, und die, die es taten, führten sich oft so tumbe auf, dass sie die Quittung bekamen, davon erzählen viele irische und schottische Feenmärchen. Ausnahmen wie Thomas the Rhymer, Biddy Early oder manche Musiker, die von den Elfen inspiriert wurden, bestätigen die Regel. Weil die „alte Zeit“ vergessen wurde und die Menschen bald auch nicht mehr wussten, woher das Zerwürfnis kam, gab und gibt es auf beiden Seiten Missverständnisse. Die Elfen in ihrem Zorn verpassten Menschen, die nichtsahnend ihr Revier kreuzten, eine Abreibung, und die Menschen konnten aus ihrer Sicht nun mal auch nichts anderes als die Naturgeister als heimtückisches Pack, das mit Feenpfeilen so um sich schießt, sehen – eben weil sie den Ursprung des Gezeters nicht mehr wissen konnten.

Was aber tatsächlich dadurch auftrat, ist eine Dysbalance. Zwar weigere ich mich, an irgendwelchen Erdheilungszeremonien oder Meditationen teilzunehmen, da die Erde als mächtiges Wesen eigentlich gar keine Hilfe braucht. Aber sie hat sich irgendwann im Laufe der Zeiten entschlossen, für uns alle Mutter zu sein (zumindest in meiner Vision), und so wie wir uns Menschen gerade aufführen, das ist gelinde gesagt nicht der Burner. Der Mensch hat, eigentlich selber ein Wesen des Lebens, Tore zu Mächten des „absoluten Todes“, wie ich es nenne, geöffnet, und zumindest sich kann er in diesen Abgrund reißen. Und an pessimistischen Tagen gehe ich auch davon aus, dass das passieren wird. Der „absolute Tod“ ist keine satanische oder sonstwie dämonische Macht, sondern er ist eine Macht, die ALLEM Leben, egal welcher Art, feindlich gesonnen ist.

Ich weiß bis heute noch nicht, warum es trotzdem noch mal einen Versuch von seiten der Elfen gibt. Aber er ist da, sonst würden sie nicht dauernd zu mir und auch anderen (das hoffe ich doch schwer…) sagen: „Erzähle den Menschen von uns!“. Denn eigentlich ist es schon fünf nach zwölf, so rein global gesehen. Aber vielleicht gibt es noch eine mir bis jetzt unbekannte Komponente, die das Ruder rumreißen kann, eine Möglichkeit, wieder in einer beseelten Welt zu leben. Wenn dem so wäre – ich glaube nicht, dass wir wie in der Steinzeit hausen müssten. Vielleicht eröffnen sich uns neue Wege der Energiegewinnung, der Wirtschaft und des Zusammenlebens, wenn wir „Das Volk“ wieder in unser Leben einladen und sie uns neue Wege zeigen.

Sämtliche politische und philosophische Modell zum Thema „Grüne Politik“, „Nachhaltigkeit“ oder „Naturschutz“ sind, von „elbischer Warte“ aus betrachtet, ein Witz, denn sie klammern aus, dass alles da draußen in der Natur beseelt ist und ein Bewußtsein besitzt. Das ist vielleicht anders als das des Menschen, aber es ist ein Bewußtsein. Schamanen, Mystiker und Seher erfahren das noch. Und ohne diese letzte Komponente wird „das Herz“ (ich nehme da wieder auf einem Insider aus dem verlinkten Buch Bezug) nicht schlagen.

In dem kleinen, grünen Feenbuch wurde ein „Vertrag“ zwischen den Elfen und Menschen ausgehandelt. Den gebe ich jetzt nicht wortwörtlich wieder, sondern nenne die Punkte, die auch mir „gezeigt“ wurden:

-begeht die Jahreskreisfeste. Tatsächlich verbindet das aus eigener Erfahrung mehr mit der Natur

-habt ein Herz (das ist etwas, was aus dem Buch stammt, ich aber übernommen habe). Damit ist nicht dieses typische „Eso-Fluffy-Bunny“-Zeugs gemeint, das mit viel Licht-und-Liebe-Gesäusel und „Heilung“ garniert ist, sondern eher ein „das Herz auf dem rechten Fleck haben“. Ich übernehme den Punkt auch aus persönlichen Gründen, weil ich lange genug ein „harter Hund“ sein wollte und das so nicht klappte. Die „Lichtelfen“ werden nicht umsonst so genannt – das sind eben „lichte“ und aufbauende Wesen. Ihr Ursprung liegt übrigens bei den Göttern, die von den Germanen als „Wanen“ bezeichnet wurden. Das sagt eigentlich schon viel.^^

-ehrt die Naturgeister. Das läuft übrigens dann auch vice versa – die Elfen greifen dann auch wieder auf eine positive Weise ins Leben der Menschen ein (Heilungszauber etc…!). Ehren geht im Grunde sehr einfach: mal mit „offenen“ Augen durch den Wald gehen oder etwas Milch, Whisky oder Kekse untern einen typischen „Feenbaum“ wie Holunder, Birke oder Eibe legen bzw. gießen.

-erzählt den Kindern von ihnen. Lest ihnen Märchen vor, nehmt sie mit in die Natur, erzählt ihnen von Flora und Fauna, nicht nur auf naturwissenschaftlicher, sondern auch auf „spiritueller“ Ebene.

-Respekt vor allem Beseelten. Das heißt nicht, dass Mensch nicht mehr schlachten soll. Aber ein Ritual für die Tier-und Pflanzenseelen (auch Pflanzen sind Lebewesen! Das geht besonders an die ach so tollen Veganer…) sollte drin sein. Man sollte auch mal schleunigst über die Massenzuchtbetriebe für Tiere und Pflanzen nachdenken und sich bewusst werden, dass alles, was lebt, KEIN Ding ist.

-Umsichtiges und nachhaltiges Denken. Leider ist bis jetzt in jeder „grünen“ Philosophie der Aspektheit der Beseeltheit (und auch Dialogfähigkeit!) der Erde ausgeklammert. So entstehen solche verkorksten Ideen wie „Windräder sind umweltschonend!“

Elfenlicht

 

Die Geschichte ist noch nicht ganz zu Ende: als ich gestern nachmittag nach dem Lesen des Buches mehr oder weniger paralysiert in der Ecke lag, klingelte das Telefon, und eine Frau war am anderen Ende. Sie bedankte sich für meine Website und erzählte mir, dass diese ihre Wahrnehmungen bestätigte. Nach dem Gespräch, das wohl insgesamt 2 Stunden dauerte, war mir klar, dass ich weder vollkommen plemplem war noch den Knochen einfach hinwerfen sollte. Und darum ist dieser Beitrag entstanden. Vielleicht hilft er auf seine Art mit, den Feenzauber weiter zu verbreiten. Nur: bitte fragt mich und so Leute, die mit Geistern, Elfen und co. arbeiten. Macht es nicht lächerlich, aber hinterfragt ruhig! Viele von uns sind einfach auch resigniert, frustriert und „abgegessen“, weil wir keinen wirklichen Platz in der Gesellschaft finden, aber nun mal das Schicksal haben, „beide Seiten“ wahrzunehmen. Redet mit uns – dann können wir unsere Arbeit machen. Und das ist bitter nötig.

 

 

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Die Hexe, der Zauberer und der Schamane

Immer wieder fallen mir in Internetforen bestimmte Diskussionsthemen auf. Die kommen garantiert immer wieder, und man schreibt sich die Finger dabei fusselig, nur um wieder von alten Klischeevorstellungen eins übergebraten zu bekommen. Leider entstammen diese Klischeevorstellungen wie so oft aus der Ecke „esoterische Meme“, und ich habe sie jetzt so oft gelesen und gehört, dass ich jetzt das Ganze mal in einem Blogbeitrag verwurschtele.

Es gibt da im Grunde drei Meme, die mir immer wieder auffallen: der Schamane ist ein weises, zutiefst erleuchtetes Wesen, dass in innigem Dialog mit den Geistern am Heiligen Feuer im Tipi sitzt. Seine Heilige Büffelpfeife weist gen Osten, der Richtung der aufgehenden Sonne, der Schönheit und des Lichtes, und selbstverständlich erzählt er jedem, der es hören will, schöne Weisheiten wie „wende dich deinem inneren Licht zu!“ und ist überhaupt befreit von allen Fallstricken des Egos und der verderbten Dualität, da er wie ein Yogi erleuchtet ist. Natürlich kommt seine Kraft nur aus dem Guten.

Der Magier steht in seiner tiefschwarzen Robe mit dem Chaosstern auf dem Rücken in seinem Ritualraum. Da ihm die Macht über alle Dämonen und die Welt gerade gut genug ist, hat er begonnen, in einem Exerzitum die Geister der Goetia zu beschwören. Und außerdem hat es ihm die süsse Vroni nebenan mit ihrem Schmollmund, den prallen Schenkeln und knackigen Hupen angetan. Also muss da noch eine Sigile mit Blut und Sperma geladen werden, um ihrer habhaft zu werden…. und der Nachbar Huber hat ihn auch letztens so komisch angeguckt. Na, dem hetzen wir doch mal gleich ein paar böse Geister auf dem Hals, weil der Herr und Gebieter über alle Geister darf nicht blöd angeschaut werden! Das wird er büßen, der blöde Huber!

Die Hexe stellt sich in den Kreis, den sie mit Salz um sich gezogen hat, und ruft die 4 Himmelsrichtungen an. Unter Anrufungen des Gehörnten und seiner Gefährtin, der Großen Mutter, richtet sie eine magische Tinktur für Anneli, einer 45jährigen Hausfrau, her. Anneli geht es zur Zeit nicht gut, aber das hat nichts damit zu tun, dass der Mann ein um sich schlagender Säufer ist und die zwei überhaupt nicht geplanten Kinder ihr langsam zu viel werden. Es hat auch gar nichts zu tun, dass Annelis Leben von vorn bis hinten verpfuscht ist, weil sie nur das tat, was andere von ihr wollten. Nein! Denn die Hexe hat ihr gesagt, dass sie in einer Vision gesehen hat, dass Anneli ein verkapptes, hochschwingendes Indigokind und eine inkarnierte Priesterin aus Atlantis ist. Dan kann man ja mit den Banalitäten des Lebens nicht zurechtkommen, weil das viel zu tieffrequent schwingt! Die lichten Kräuter der Hexe, die selbstverständlich nur „weiß“ arbeitet, werden Anneli dabei helfen, ihr eigenes Selbst zu entfalten.

Wer sich jetzt irritiert am Kopf kratzt, hat den Witz verstanden. Es werden Klischees bedient, und komischerweise trennen hier genau die, die ansonsten eine „alles ist eins“-Haltung propagieren. Da ist der Schamane etwas anderes als der Magier oder die Hexe, und tendenziell stimmt das auch – Schamane gleich Seelenflug, Magier gleich Beschwörung und Hexe gleich Zaunreiterei. Nur: es gibt auch hier Überschneidungen. Der Schamane kann sehr wohl, oft am Anfang einer Seance, Geister beschwören und herbeirufen, während der Magier, ganz ähnlich wie der Schamane, eine Tattwa-Reise (also eine Seelenreise in z.B. ein Elementsymbol hinein) reist oder die Hexe wiederum ein „Reinigungsritual“ bei einem Klienten macht, das verdächtig einer schamanischen Extraktion ähnelt. Und um die Verwirrung komplett zu machen: ein Schamane kann auch handfeste Hexerei betreiben.

Von daher verschwimmen da die Grenzen etwas, trotz grundsätzlicher Definitionen. Für mich verschwimmen sie mittlerweile auch moralisch gesehen. Es wird immer wieder geleugnet, dass Schamanen auch hundsgemeine Arschlöcher sein können. Da lohnt es sich, mal im Google zum Schamanenkongreß in Garmisch im Jahre 2000 ein paar Links anzuklicken – da war auch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, und auch in anderen Kulturen sass und sitzt der Colt locker. Stichwort Tsentsaks im südamerikanischen Schamanismus oder die europäische Puppenmagie. Ich selber habe das ja auch einen Beitrag früher beleuchtet und denke mittlerweile, dass der Schamanismus hierzulande ganz stark von christlich oder fernöstlich (Buddhismus!) angehauchten Memen durchsetzt ist. Im Grunde werden Opferstrukturen, Abhängigkeiten und Mißbrauchmechanismen fröhlich weitergefüttert, ohne den Menschen dorthin zu bringen, wo Schamanismus und echte Gnosis ihn bringen kann: Freiheit und Selbst-werdung. Dem jesuanischen „was du nicht willst….“ ist das gar nicht mal zur Last zu legen, das ist ja an sich gut, aber durch dieses „Schwarze Magie ist bäbä“ wird schon von vornherein die Möglichkeit, sich adäquat wehren zu dürfen, unterbunden. Auch hier verweise ich auf meinen letzten Eintrag.

Ich denke mittlerweile, es geht vielen nicht mehr um einen richtig guten Austausch. Es geht um das private Wolkenkuckucksheim, die vorgekauten, wunderschönen Klischees und dass das eigene Denken einfach zu anstrengend ist.

Euer Matthias, ganz lichtvoll^^

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Schamanismus und Esoterik – nochmal Licht und Liebe und „schwarze Heilung“

Da das Internet viel zum Thema Schamanismus zu bieten hat, krauche ich auch mal gerne im Fressenbuch in diversen Gruppen rum, was dann meist dazu führt, dass meine Hoffnung und mein Glauben, dass es doch was mit zeitgenössischem Schamanentum wird, röchelnd in der Ecke liegen und kurz vor dem Abkratzen sind. Ich weiss, dass ich manchmal das Thema „Schamanismus“ sehr verbissen verteidige und mir auch mal Diskussionen aufhalse, die einfach sinnlos sind, aber irgendwie fasse ich es nicht, was für dämlichen Memen die Menschen aufsitzen.

Da wird Licht und Liebe gepredigt, aber Sturm gesät. Und wehe, man sagt was gegen diese Hinterlistigkeit und Dreistigkeit, mit der manche ihren persönlichen, nicht bewältigten Höllentrip an anderen auslassen – da gilt man sofort als „der Böse“, Mitglied einer „Schulhofgang“, „noch nicht soweit“ und überhaupt. Ich rede mal jetzt nicht lange herum: in einer der unzähligen Schamanismusgruppen tauchte einer auf, der ursprünglich aus der Sozialpädagogik kam und Schamanismus für ein „spychologisches Phänomen“ hielt. Klar mussten ich und ein paar andere dagegen was sagen…. mal schnell abgekürzt: der Mann widersprach sich, editierte seine Beiträge so, dass konstruktive Kritik als persönlicher Angriff rüberkam, wurde selber persönlich und beleidigend und mopste schließlich noch eine meiner Karikaturen, um deren Text in der Sprechblase zu seinen Gunsten zu verändern.

Wurde mal gesagt: „Hey, so fies kannst du dich hier fei nicht aufführen“, dann kamen die Mimimi-Esos und säuselten lichtvoll, man müsse doch Verständnis und Mitgefühl für diese arme Seele haben, und überhaupt sei der Ton jetzt so rauh. Der Admin der Gruppe schwebte wohl dieweil in anderen Sphären, postete ab und an einen schönen weisen Beitrag, in dem die Worte „Herz“, „Liebe“ und „Schülerschaft“ sehr oft vorkamen. Erst als der Störenfried sich erdreistete, ihn persönlich anzugreifen, wurde er endlich gekickt. Und jetzt säuseln wieder sirenengleich die LuLs.

Auch ich kann nicht gut mit Konflikten. Entweder vermeide ich sie oder versuche zu reden, manchmal habe ich aber auch einfach Angst und verkrieche mich, weil ich mich unterlegen fühle. Aber ab einem bestimmten Provokations-oder Verletzungslevel bei mir schlägt das um, und da bin ich froh, dass ich mich mit Waffen oder heftigerer Kampfkunst nicht auskenne. Woher das kommt, weiß ich schon, meine Fehler war, das jahrelang zu unterdrücken. Und so tat ich etwas, wofür ich bestimmt Schläge von den „lichtigeren Leuten“ einstecken werde: ich knallte dem Typen in der Geisterwelt einen vor dem Latz. Zwar nicht so, dass es gefährlich wird, aber so, dass dieses Treiben mal aufhört – denn so eine Figur wie der nimmt auch noch Klienten! Und da wurde es schon gefährlich und mißbräuchlich, was er da veranstaltete.

Da war es wieder, das Thema „Schwarze und Graue Heilung“. Von mir lange ignoriert und verdrängt, weil ich vor Jahren mal diesbezüglich übelst auf die Schnauze gefallen war – und im Zuge dieser jetzigen Sitzung taten sich mir einige Erkenntnisse auf. Wenn mir jemand im „realen Leben“ eine klatscht, dann sagt keiner was, wenn ich mich adäquat wehre. Wenn man „astral“ ausrückt, weil man angegriffen wurde, ist das Geschrei groß. Aber: mir dämmerte, dass ein gut überlegter und in Absprache mit den Geistern vollzogener „Fluch“ auch positiv sein kann. Ich sprach oft mit einer Freundin darüber und verstand anfangs ihre Aggressivität und ihren „lockeren Colt“ in der Hinsicht nicht – aber jetzt beginne ich das zu begreifen. Und ehrlich gesagt: es fühlt sich saugut an.

Es geht nicht um einen Machttrip oder um ein „dich verhex ich jetzt mal, weil mir deine Nase nicht gefällt!“. Und echte „Angriffe“ sind eh sehr selten. Aber es gibt so etwas wie eine Ordnung, eine Harmonie oder einen eigenen Lebensweg. Und wenn das gestört wird, kann und darf man sich wehren. Andere Kulturen sind da wesentlich „unbelasteter“. In Südamerika wird schon mal aus geringerem Anlass ein Geisterpfeil in eine unliebsame Person versenkt oder der Schamane droht Leuten damit. Vorteil: so eine Ansage wird dort ernstgenommen und respektiert, davon kann ich hierzlande nur träumen *an ein gewisses Praktikum während der Studienzeit denk*.

Ich bin immer noch der alte, freundliche Matthias/Smitty/Roady. Aber ich denke, dass beides – Licht und Schatten, Liebevolles und Wehrhaftes oder Kriegerisches zusammengehören. Manches „lichtvolles“ Salbadern kann bei genauerem Hinsehen böse, schwarz wie die Nacht und geradezu teuflisch sein, während eine tiefschwarze Sitzung im Dienste des Lebens und der Lebendigkeit neue Wege eröffnen und sogar Chancen geben kann – z.B. für das „Opfer“, weil es mal vielleicht nachzudenken anfängt.

In diesem Sinne: Licht und Liebe *g*

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„Gicht und Hiebe“ – eine „Kriegs“- erklärung

Es gibt Phasen, in denen ich mich in Esoterikforen oder sogenannten „Schamanismusgruppen“ in Facebook leidenschaftlich mit den Leuten fetze, die allgemein als „Fluffy Bunnies“, also Lichtknechte bezeichnet werden. Das sind allgemein die Leute, die etwaige Techniken nur sehr oberflächlich anwenden, sie kritklos miteinander vermantschen, glauben, dass alles „aus dem Licht“ kommt und grundsätzlich der „Erleuchtung“ entgegenstreben (was auch immer „Erleuchtung“ sein soll). Natürlich wurde ich auch oft gefragt, warum ich mich mit denen so reibe, auch mal scharf im Tonfall werde. Das wäre doch verschwendete Energie, ich solle das lassen, und gut is.

Nachdem ich am Wochenende wieder so ein Erlebnis mit so einer Gestalt hatte, habe ich beschlossen, das Ganze mal so zu beschreiben, wie sich mir die „Esoterik“ und ihre Auswirkungen in der Geisterwelt zeigen, die Elfenwelt übrigens inklusive, die sind von der Sache durchaus auch betroffen, um es mal freundlich zu formulieren. Die Erlaubnis dafür habe ich eingeholt, vielleicht nutzt es ja dem einen oder anderen Leser.

Auf einer meiner Reisen zeigte sich mir die (typische, nicht die „echte“) Esoterik als eine stillgelegte, ziemlich bizarre Kirmes. Leere Schaubuden, seltsame Figuren, eine Art Freakshow und in der Ferne auf einer dunklen Lichtung eine „Lichtgestalt“, die Anhänger um sich scharte. Bei genauerem Hinsehen merkte ich, dass es um Ausüben von Macht geht – ich bin der Guru, ihr seid meine Jünger. Und so ganz astrein ist das nicht, denn was verkauft wird, sind eben leere Dinge aus stillgelegten Schaubuden. Ich bin erleuchtet und zeige euch den Weg, aber dafür müsst ihr mir folgen. Ich stille eure Sehn-Sucht. Eigenverantwortung und Eigenermächtigung werden dafür am Eingang zur Kirmes abgegeben. Woher denn auch – selber nachdenken wär ja anstrengend! Und dass alles aus dem Liocht kommt, muss ja stimmen, weil mein Guru hat´s ja gesagt, und es klingt so toll und macht auch so schöne Gefühle! Im Grunde läuft das genau so wie bei denen, die von den Esoterikern immer kritisiert werden: den Kirchen und den Politikern. Geld und Macht.

Schaut man sich die Auswirkungen von „Licht und Liebe“ auf die Geisterwelt an, bekomme ich immer folgendes gezeigt: über allem liegt eine „klebrige“ Schicht aus falschem Glitzer. Auch diese Schicht entuppt sich bei genauem Hinsehen als ein „Fake“. Sie besteht aus einer „Vorstellung“ von Liebe, die aber einer Sehnsucht nach ihr entspringt. Eigentlich sehne ich mich nach einem kitschigen Wolkenkuckucksheim, in dem alles schön ist und ich die Kläglichkeiten meines Lebens wegblenden kann! Recherchen in der Esoterikszene (und Schamanenszene, by the way) ergaben, dass viele echt große Baustellen im Leben haben. Nun, niemand ist ohne Probleme, aber massig Zuckerguß draufhauen ist genau die verkehrte Idee. Das ist eben NICHT Licht und Liebe, sondern eine beinharte Kompensation. Es ist nicht die tausendfach verhökerte Heilung oder der ominöse Aufstieg.

Das Gefährliche und auch Verärgernde daran ist: es beeinflusst tatsächlich die Geisterwelt – zum Beispiel verärgert das die Naturgeister, weil der Klebeglitzer von denen, die es tatsächlich in ihr Reich schaffen und nicht ihrem Mindfuck erliegen (die sind glücklicherweise in der Überzahl), eben alles verkleistert. Zumal das Ganze nicht auf Augenhöhe mit den Geistern geschieht – diese werden zu reinen Dienern, die die Sehnsucht nach Liebe und Frieden stillen sollen, degradiert. Vom Menschen kommt nichts zurück, die Geister werden zu Psychotherapeuten, die nicht mal anständig bezahlt werden, herabgewürdigt. Gerade die Elfen sind zwar sehr licht, schön und freundlich (wenn man es mal nicht gerade mit der Abteilung Unseelie Court zu tun hat…), aber dieses Licht ist noch ein anderes und viel „umfassender“. Das heißt: hier liegt eigentlich ein spiritueller Mißbrauch vor. Und diese Erkenntnis machte mir dann auch meinen teilweise echt berserkerartigen Zorn auf „die Lichtis“ erklärbar.

Eines ist aber der Fairnis halber zu sagen: unter diesem Glitzerschleim ist auch noch was anderes – ein Set an esoterischen Techniken wie Meditation, Reiki oder Trancearbeit – wenn auch eher rudimentär. Der Schlonz überwiegt – leider.

Was hilft dagegen? Eigentlich ist das ganz einfach: Schattenarbeit und Naturbeobachtung. Das muss kein großer Zinnober sein, das kann auch heißen, dass man mal mit sich selber in Klausur geht, zugibt, dass man mal nicht so gute Tage hat, dass der blöde Nachbar eigentlich ein unverbesserliches Arschloch ist und man ihn einfach nicht lieben BRAUCHT. Und die Naturbeobachtung – ja nun, eine blühende Blumenwiese oder einen tollen Sonnenaufgang mit den damit verbundenen möglichen ozeanischen Gefühlen, das braucht man gar nicht mit gefakter „Licht und Liebe“ zuzukleistern.

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Feenzauber

So, heute mach ich mich jetzt mal bissl naggelig…. nein, Mädels, nicht, was ihr denkt, ein Adonis bin ich eh nicht! *g*

Es geht um was anderes, was ich schon länger so mit mir rumschleppe und wo ich bei dem derzeitigen Trend „wir sind alle tolle Badass-Schamaanen und haben die krassesten Inis hinter uns!“ derbste Probleme habe. Und zwar, weil ich das teilweise auch sagen müsste, aber absolut keinen Bock auf Geblähe und Selbstdarstellung habe. Aber irgendwann muss man wohl mal Tacheles reden.

Wer mal so bissl auf meiner Website quergelesen hat und mich etwas kennt, hat sicher schon so einiges von mir aufgeschnappt. Beauftragt von den Elfen, Schamanismus, Ellerkonge, Elixiere und ähnliches. Und wie ich schon oben schrieb: ich tat mich echt schwer damit und ich bin jetzt vielleicht ansatzweise mal so weit, das weitestgehend ohne Egogedöns vorzutragen.

http://www.elbenkreis.de

Drehen wir das mal andersrum, dann wirds mit dem Erklärelf markieren nicht so holprig: auf Island und teilweise auf den britischen Inseln gibt es noch einen sehr starken und aktiven Feenglauben. Island hat z.B. eine mehr oder weniger offiziell arbeitende Elfenbeauftragte, die tatsächlich konsultiert wird, wenn irgendwo ein neues Haus oder eine neue Strasse gebaut wird. Zwar hat die Erla Stefansdottir, so heißt die gute Frau, kein Büro im Rathaus, aber sie wird anerkannt. Wären die Leute hierzulande genau so drauf wie die Isländer, dann wären alle meine Sorgen erledigt, ich würde eine Menge Geld scheffeln und dürfte unsere Bürgermeisterin anblaffen, dass am Huberer Weiher gefälligst kein verdammtes Hotel hinsoll, weil die Naturgeister vor Ort ein heftiges Veto eingelegt haben. Vielleicht versteht der eine oder andere jetzt, warum ich manchmal melancholisch oder mutlos wirke oder auch mal gereizt bin. Das hat auch nichts mit „hach, ich bin so toll und schnacke mit den Elfen“ zu tun, sondern ist ein Spagat in dieser Kultur, an dem ich persönlich echt zu knapsen habe.

Aber jetzt genug rumgewimmert: mich täts einfach echt freuen, wenn eben mit der Zeit auch hier wieder eine Denke wie auf Island eintreten würde. Übrigens gibt auch da keiner zu, dass er an das „Gute Volk“ glaubt, aber er macht dann doch die altbekannten Rituale, weil – man kann ja nie wissen!

Manifestation

Es gibt da mehrere Gründe, warum ich das schreibe. Einer ist folgender: die Naturwissenschaften, wie wir sie heute kennen, sind zwar auf ihrem Fachgebiet klasse, und ich würde sie nicht wegwünschen wollen, aber irgendwie wurde dabei das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, und wir glauben nur noch das, was wir sehen können oder was uns ein Wissenschaftler (oder Priester) sagt. Dabei braucht´s ein gesundes Gleichgewicht – einerseits die naturwissenschaftlichen Methoden, um das Universum zu erforschen, andererseits auch den „Spirit“, um den Kosmos wieder zu beseelen bzw. um diese Beseelung wieder zu entdecken. Und auch wenn viele es abstreiten: zum Menschen und zur Erde gehören auch Zauber. Eben Seele, eben das Wissen (!), dass da noch größeres ist, das den ganzen Krempel eigentlich zusammenhält.

Salopp gesagt: wir brauchen wieder Feenstaub. Nicht den kitschigen Tinkerbell-Glitter, sondern den echten. Der ist not-wendig, um die Zusammenhänge der Welt und auch unsere Position darin wieder zu finden und zu verstehen – das ist jetzt aber nur meine persönliche Meinung.

 

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Tage der Toten, Allerheiligen und der Boandlkramer

Während das, was sich da so als Schneeregen schimpft, ziemlich dröge vom Himmel plumpst und triste Novemberstimmung verbreitet, sinniere ich über diverse Gedanken zu den Jahreskreisfesten und jetzt insbesondere zum „Totenfest“ nach. Ein Teil von mir ärgert sich über die Diskussion, ob Samhain (so heißt diese Zeit auf „keltisch“) denn historisch korrekt ist oder ob die ollen Germanen dieses Fest als Alfarblot (Ritual für mein Vol… äh die Elfen) oder Disenblot (da wird den Disen gehuldigt) gefeiert haben, während ein anderer, gefühlvollerer Teil von mir laut „Yeah! Zeit für´n Boandlkramer und die staade Zeit!“ brüllt.

Dieser letztere Teil von mir geht zur Zeit in die Kindheit zurück und findet sich groteskerweise beim „Brandner Kasper und das ewige Leben“ wieder. Das war ein Theaterstück, das alljährlich auf dem erzkatholischem Sender BR 3 ausgestrahlt wurde (heuer haben sie es vergessen…), und die Handlung in diesem Stück ist folgendermaßen: zu einem alten Einödbauern, dem Brandner Kasper, kommt der Tod (der heißt bei uns Bayern Boandlkramer) und verklickert ihm auf seine extremst diplomatische Art (Todesengel und Diplomatie… naja…), dass es jetzt so weit ist und er mit ihm ins Paradies zu gehen habe. Der Alte wehrt sich natürlich, schafft es schließlich, den Boandlkramer mit Kirschschnaps abzufüllen („da kimmt nix dagegen im Elysium an, ned amoi des Manna!“) und betrügt ihm beim anschließenden Kartenspiel um 15 Jahre weiter auf der Erde leben. Was natürlich im Jenseits zu Chaos führt und vom Boandlkramer schließlich zu bereinigen ist…

Also alles im Allen ein derb-besinnliches Bauernstück, das halt alljährlich zu Allerheiligen/Allerseelen ausgestrahlt wird. Oder? Naja…. wenn man mal genauer zuhört und die bayrische Mundart in dem Stück aufdröselt, könnte das Stück fast als Schamanenposse durchgehen. Es ist auch interessant, genau hinzuhören, was der Boandlkramer in wichtigen Passagen sagt.

Kratzt man mal -wie bei so vielen christlichen Feiertagen- den katholischen Zuckerguß a bissl weg oder bleibt auch nur bei der bodenständigen Volksfrömmigkeit, dann eröffnen sich einem da Welten, die durchaus schamanisch und zauberisch genutzt werden können. Ob ich jetzt mit dem Boandl und den Ahnen ein paar „Kerschgeist“ trinke oder die Mexikaner mit richtig viel Herzblut und Tequila ihre „Tage der Toten“ feiern, das ist gar nicht mal so weit voneinander weg. Wenn denn wir diese alten Bräuche wieder mehr integrieren würden, denn davon gibts genug. Und: diese „Tage der Toten“, die gibt es in sehr vielen Kulturen, und witzigerweise gerade um diese Zeit jetzt – in dem Zeitraum, der der düsteren Göttin Hel aus dem germanischen Pantheon zugeordnet ist:

Ganz ehrlich: als Kind, als ich damals schon mehr oder weniger unbewusst die Zeit um den Oktober/November herum als „Totenzeit“ gesehen und da durchaus auch mal düsteren Fantasien im Sinne von Comics über Gerippe, die aus den Gräbern hüpften und einen draufmachten, freien Lauf ließ, war ich emotional besser drauf als zu der Zeit, als ich das schleifen liess oder meine Probleme mit der Kirche hatte. Und jetzt hole ich mir das so langsam zurück. Und ob das jetzt historisch so korrekt ist, ist eigentlich nicht so wichtig – solange kein banebücherner Unsinn á la „Engelchanneling vom purpurnen Mittelurinstrahl der komischen Heilung“ verzapft wird.

So. Und in diesem Sinne schlabber ich heut abend mit meinen Ahnen (sind heuer einige rübergewechselt…) und dem Boandl, der Hochkonjunktur hatte, auf Hel einen gepflegten Kerschgeist!

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